SPEICHERSTADT HAMBURG

     

Illumination der Speicherstadt

Im April 2001 hat die Stadt Hamburg die Verwirklichung eines beispiellosen Projekts erlebt: Ein ganzer Stadtteil erstrahlte in den Abendstunden erstmalig im Licht. Auf einer Strecke von 1,5 km verwandelte sich der größte historische Lagerhauskomplex der Welt in ein faszinierendes nächtliches Panorama. Über 60 Hafenbarkassen feierten diesen Moment mit einem Schiffssirenen-Konzert. Seitdem wird ein Bild der Hansestadt in alle Welt getragen, das von Schönheit, Eleganz und Leichtigkeit geprägt ist.

Gegenstand der künstlerischen Lichtbeschreibung ist ein städtebauliches Ensemble, das Ende des 19. Jahrhunderts von zehn Architekten entworfen worden ist. Detailreichtum, Asymmetrien, Variationen in den seriellen Elementen (Erker, Giebel, Türmchen, Spitzdächer, Windenhauben) kennzeichnen die Charakteristik und die einzigartige Atmosphäre dieser ehemaligen Stadt der Waren.

Ein sehr sinnlicher Ort, einst nach Kaffee und Gewürzen duftend, heute eingebunden in den Prozess der Umwandlung in Büroraum für New Media und New Economy. Ein Ort, der aufgrund seiner Atmosphäre für zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen als Kulisse benutzt wird und kaum einen Besucher nicht auch emotional anspricht.

Die Lichtkonzeption konnte in diesem Fall auf keine Referenz zurückgreifen, da ein vergleichbares Objekt in ähnlicher Größenordnung und Differenziertheit der Architektur noch nicht illuminiert worden ist. Erste Erfahrungen zum Thema Licht wurden vor Ort im September 1999 anläßlich des Theaterprojekts „Mozart.Amerika“ gemacht. Hierbei zeigte sich, wie Licht zu rhythmisieren und zu qualifizieren war. Der Erfolg des Theaterprojekts bedeutete den Durchbruch für die Idee einer illuminierten Speicherstadt. Das ausformulierte Lichtkonzept wurde zur Grundlage der Realisierung, nicht zuletzt wegen der Vorgabe, die drei Faktoren Ästhetik, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit zu vereinbaren.

Die Lösung ist ein Triumph des schwachen Lichts. Die Durchschnittswattzahl für die gesamte Speicherstadt beträgt 24. Die Skala reicht von 13 Watt im Bereich der Türme über 18 Watt für die Brücken und 35 Watt für die Fassaden. Nur vereinzelt sind 70 Watt eingesetzt worden, etwa um Gebäude voneinander abzusetzen. Im allgemeinen sind nicht die flächigen, sondern die gliedernden und plastischen Elemente betont worden. Struktur, Kontur und Kubatur sind die Orientierungsmerkmale der Lichtbeschreibung.
Ergebnis ist eine äußerst reizvolle Gestaltung von Hell und Dunkel, d.h. ein modellierender und malerischer Umgang mit dem Bauensemble, dessen Straßennamen noch heute an das einstige Quartier holländischer Glaubensflüchtlinge erinnern.
In kunstgeschichtlicher Hinsicht ist eine Hommage an die Technik des Chiaroscuro und ihre Perfektion in der holländischen Malerei durchaus gewollt.

Verwendet wurde ausschließlich Standardmaterial von Philips. Aktuell sind ca. 830 Leuchten installiert. Zum Jahresende sollen weitere ca. 300 Leuchten angebracht werden. Der Trend zur Miniaturisierung ist als absolut positiv zu bewerten, wie die Erfahrung in der Speicherstadt eindeutig belegt.

Das Projekt Illumination der Speicherstadt wird laufend fortgesetzt.

 


Illumination der Speicherstadt

Illumination der Speicherstadt

Illumination der Speicherstadt

Illumination der Speicherstadt

Illumination der Speicherstadt

 

 

 

 

  Informationen auch unter www.lichtkunst-speicherstadt.de
 

 

 
Michael Batz :: Hamburg Art Ensemble :: Auf dem Sande 1 :: 20457 Hamburg ::Telefax 040 - 36 96 23 93 :: E-Mail kontakt@michaelbatz.de